Krankheitsbilder


Das Prostatakarzinom ist ca. 26% aller diagnostizierten Krebserkrankungen die häufigste Krebserkrankung des Mannes in Deutschland. Jährlich erkranken etwa 58.000 Männer in Deutschland neu an diesem Tumor. In Deutschland sterben pro Jahr etwa 12.000 Patienten an den Folgen eines Prostatakarzinoms.

Das Alter ist der wichtigste Risikofaktor für das Auftreten eines Prostatakarzinoms. Männer, deren Brüder und/oder Väter an einem Prostatakarzinom erkrankt sind/waren, haben über zweifach erhöhtes Risiko, im Laufe ihres Lebens ein Prostatakarzinom zu entwickeln.

Im Frühstadium macht Prostatakrebs keine besonderen Beschwerden. Daher sind die Früherkennungsuntersuchungen von großer Bedeutung. Im fortgeschritten Stadium können bestimmte Symptome auftreten wie z.B.:

  • erschwertes Wasserlassen, Harnverhalt oder Harndrang
  • blutiger Urin oder Sperma
  • Becken-, Rücken- oder Flankenschmerzen bei möglicher Ausbreitung des Prostatakarzinoms über die Organgrenze hinaus
  • Harnaufstau in den Nieren mit Nierenfunktionseinschränkung

Zur Beurteilung der Prostata wird eine digitale rektale Untersuchung (DRU) durchgeführt. Die Prostata wird vom Enddarm (lateinisch: Rektum) mit dem Finger (lateinisch: Digitus) abgetastet. Mit der Tastuntersuchung wird nur in 20-30 % der Fälle Tumor entdeckt.

Das prostataspezifische Antigen (PSA) ist ein Eiweiß, das nur in der Prostata produziert wird. Im Krebsgewebe ist es zehnmal höher konzentriert als in der gesunden Prostata. Ein erhöhter PSA-Wert deutet auf eine Veränderung der Prostata hin. Krebserkrankung der Prostata ist eine mögliche, aber nicht die einzige Ursache für die PSA-Erhöhung.

Die Höhe des PSA-Wertes bei einmaliger Messung ist wenig aussagekräftig. Daher soll gemäß der Leitlinie ein einmalig erhöhter Wert grundsätzlich kontrolliert werden (mit der gleichen Labormethode).

Ergänzend zur Tastuntersuchung kann eine transrektale Ultraschalluntersuchung der Prostata (TRUS) durchgeführt werden. Bei der Untersuchung wird der Ultraschallkopf in den Enddarm (Rektum) eingeführt. Durch Schallwellen werden Bilder der Prostata erzeugt. So lassen sich Veränderungen des Gewebes darstellen. Die Untersuchung kann dazu dienen, die Größe, Lage und Ausdehnung des Tumors genauer zu bestimmen.

Wenn Tastuntersuchung oder PSA-Wert einen hinreichenden Verdacht auf einen Prostatakrebs ergeben, werden mit einer Stanzbiopsie Gewebeproben aus der Prostata entnommen. Dazu wird eine dünne Hohlnadel über den Enddarm an verschiedenen, festgelegten Stellen in die Prostata eingestochen. Unter Ultraschallkontrolle sollen in der Regel zehn bis zwölf Gewebeproben entnommen und anschließend im Labor untersucht werden. Die Biopsie kann schmerzhaft sein, deshalb soll sie in der Regel unter örtlicher Betäubung durchgeführt werden. Um das Risiko einer Infektion durch Darmbakterien zu verringern, soll Ihnen vor dem Eingriff ein Antibiotikum verabreicht werden.

Im Frühstadium kann das Prostatakarzinom in den meisten Fällen geheilt werden. Je nach Befundkonstellation und Begleiterkrankung des Patienten können unterschiedliche Therapiemöglichkeiten in Anspruch genommen werden: Operative Entfernung der Prostata (offen oder geschlossen), Bestrahlung von außen (externe Bestrahlung) oder von innen (Brachytheapie).

In manchen Fällen kann das Prostatakarzinom mit geringem Aggressivitätsgrad und niedrigem PSA-Wert durch eine aktive Überwachung (active surveillence) bis zur Fortschreitung der Krankheit zunächst beobachtet werden, bevor eine kurative Therapie eingeleitet wird.

Quelle:
http://www.urologenportal.de
http://www.krebsgesellschaft.de
https://www.prostatakrebs-bps.de

Bösartige Tumorerkrankungen der Niere können aus dem Nierenbecken (Urothelkarzinom) oder aus dem Nierengewebe (Nierenzellkarzinom) entstehen.

Ca. 16.500 Krankheitsfälle werden im Jahr in Deutschland neu entdeckt. Männer erkranken ca. 1,5x häufiger an Nierenkrebs als Frauen. Der Altersgipfel liegt zwischen dem 60 und 70 Lebensjahr.  Nierenzellkarzinom stellt die 6- häufigste karzinombedingte Todesursache weltweit dar. In den vergangenen Jahrzehnten kam es dabei zu einem jährlichen Anstieg der Erkrankungsfälle von ca. 2% in Europa.

Die Ursachen für die Entstehung von Nierenkrebs sind bisher nicht eindeutig geklärt. Man kennt jedoch bestimmte Faktoren, die das Erkrankungsrisiko erhöhen: das Rauchen, regelmäßige Einnahme bestimmter Schmerzmittel sowie Übergewicht sind als Risikofaktoren bekannt. Des Weiteren spielen erbliche Faktoren sowie verschiedene Vorerkrankungen der Niere, insbesondere die chronische Niereninsuffizienz, Tuberöser Sklerose, von-Hippel-Lindau-Erkrankung (eine seltene Erbkrankheit) eine Rolle bei der Entstehung von Nierenkrebs.

Bestimmte Berufsgruppen scheinen ebenfalls einem erhöhten Nierenkrebsrisiko ausgesetzt zu sein. Hierzu gehören Arbeiter, die vermehrt mit Asbest, Cadmium, Lösungsmitteln zur chemischen Reinigung sowie mit Treibstoffen und anderen Petroleumprodukten in Kontakt kommen. Es handelt sich dabei um Substanzen, die vor allem in der Metallverarbeitung und in der Kohlegas- und Koksherstellung anfallen. Nierenkarzinome bereiten im Frühstadium nur selten Beschwerden. Sie werden deshalb fast immer zufällig entdeckt, zum Beispiel bei einer Ultraschall- oder Computertomographieuntersuchung, die aus anderen Gründen durchgeführt wird.

Symptome, die bei zunehmendem Tumorwachstum gelegentlich auf einen Nierenkrebs hinweisen können, sind Flankenschmerzen, Rückenschmerzen, Blutbeimengung im Urin Harnstauung in den Nieren mit Schmerzen und Nierenfunktionsverlust. Selten sind Nierenkarzinome auch als Geschwulste tastbar. Eine erfolgreiche Therapie ist nur durch eine frühzeitige Erkennung der Tumorkrankheit möglich.

Quelle:
http://www.urologenportal.de


Knapp 29.000 Menschen erkranken im Jahr an Blasenkrebs in Deutschland. Männer sind dreifach häufiger betroffen als Frauen. Raucher sind besonders gefährdet. Laut einer amerikanischen Studie erkranken die Raucher zwei- bis dreimal so häufig an Harnblasenkrebs wie Nichtraucher.

Auch bestimmte chemische Stoffe, zum Beispiel Amine, können zur Entstehung eines Blasentumors beitragen. Einem erhöhten Risiko ausgesetzt sind Arbeiter in der Gummi-, Chemie- und Lederindustrie sowie Friseure, Metallarbeiter, Drucker, Maler und Textilarbeiter. Bei Betroffenen kann der Blasenkrebs von der jeweiligen Berufsgenossenschaft als Berufskrankheit anerkannt werden.

Zwischen dem Kontakt mit krebserregenden Stoffen und dem Auftreten des Harnblasenkrebses kann eine sehr lange Zeitspanne (bis zu 40 Jahre) liegen, bevor die ersten Krankheitsanzeichen auftreten.

Frühere Einnahme von Phenacitin in hohen Dosen, ein Schmerzmittel, welches heute nicht mehr auf dem Markt ist, möglicherweise Chemotherapie im Rahmen von vorherigen Krebstherapien und vorausgehende Strahlentherapien im Bereich der Blase und Becken können das Risiko für den Blasenkrebs erhöhen.

Im Jahr 2013 wurde von der Internationalen Krebsforschungsagentur (IARC) Pioglitazon, ein Antidiabetikum, als wahrscheinlich krebserregend (Gruppe 2A) in Bezug auf Blasenkrebs eingestuft.

In Gebieten wie Afrika, Asien und Südamerika zählt die Bilharziose zu den häufigsten Ursachen des Blasenkrebses. Hierbei handelt es sich um eine Infektionskrankheit, die von Würmerlarven in warmen Gewässern ausgelöst wird.

In Frühstadium macht Harnblasenkrebs kaum Beschwerden. Schmerzlose Blutbeimengung im Urin (Hämaturie), Dunkelfärbung des Urins, häufiger Harndrang sind die Symptome, die im später häufig zu beobachten sind. Im fortgeschritten Stadium können Unterbauchschmerzen oder Flanken- und Rückenschmerzen durch Harnstauung in den Nieren auftreten.

Quelle:
http://www.krebsgesellschaft.de
http://www.urologenportal.de
Selbsthilfe-Bund Blasenkrebs e.V.


Hodenkrebs (Hodenkarzinom) ist eine bösartige Geschwulsterkrankung des Hodens, betrifft vor allem junge Männer. Bei Männern zwischen dem 20. und 40. Lebensjahr ist er der häufigste bösartige Tumor. Jedes Jahr erkranken rund 4.000 Männer an einem bösartigen Hodentumor ( Robert-Koch-Institut).

Das Durchschnittsalter der an Hodenkrebs erkrankten Männer liegt bei 28 Jahren bzw. 35 Jahren für Patienten.

Ein höheres Erkrankungsrisiko haben die Männer, die in Ihrer Kindheit an einem Hodenhochstand (Leistenhoden) litten. Auch nach einer operativen Korrektur des Hodenhochstands bleibt das hohe Erkrankungsrisiko bei diesen Patienten bestehen. Genetische Faktoren spielen ebenfalls eine wichtige Rolle. Bei Hodentumorerkrankung eines Bruders besteht ein erhöhtes Risiko für den Betroffenen. Unter den Patienten, die sich aufgrund eines ungewollten Kinderwunsches (Fruchtbarkeitsstörung) urologisch untersuchen lassen, liegt die Häufigkeit einer Hodenkrebserkrankung besonders hoch bei 1:200.

Häufig fällt eine Hodenkrebserkrankung dem betroffenen Patienten selbst durch eine tastbare, schmerzlose Verhärtung und/oder Schwellung des betroffenen Hodens auf. ein Schweregefühl oder ein Ziehen im Hoden oder in der Leiste können ebenfalls auftreten.

Regelmäßiges Selbst-Abtasten beider Hoden auf Veränderungen, am besten in entspannter Stellung unter der Dusche oder in der Badewanne kann eine frühzeitige Entdeckung bösartiger Veränderungen im Hoden ermöglichen.

Je früher Hodenkrebs entdeckt wird, desto einfacher ist die Behandlung und desto besser sind die Heilungschancen.

Quelle:
http://www.krebsgesellschaft.de

Sie gehört zu den Geschlechtsorganen des Mannes und liegt im Becken unterhalb der Harnblase. Die Prostata entwickelt sich während der Pubertät und hat beim jungen Mann etwa die Größe einer Kastanie. Die Harnröhre, die den Urin von der Harnblase nach außerhalb transportiert, zieht durch die Mitte der Prostata hindurch. Innerhalb der Prostata münden die Ausführungsgänge der kleinen Drüsen des Organs, die beiden Samenleiter, die die in den Hoden gebildeten Spermien transportieren, und die Ausführungsgänge der Samenblasen. Die Prostata produziert ein Sekret, welches für die Beweglichkeit der Spermien damit für die Fortpflanzung unabdingbar.

Mit zunehmendem Alter  vergrößert sich die Prostata bedingt durch hormonelle Veränderungen. Durch die Vergrößerung der Prostata kann die Harnröhre kann  komprimiert werden. Dies beeinflusst die Entleerung der Harnblase und verursacht Symptome beim Wasserlassen:

Abgeschwächter Harnstrahl, Nachträufeln, Restharngefühl, häufiger Harndrang (Pollakisurie): Druckgefühl im Unterbauch, nächtliches Wasserlassen (Nykturie), ungewollter Urinverlust können die ersten Symptome sein.

Akute Harnverhaltung, rezidivierende Blasenentzündungen, Blutbeimengung im Urin, Blasensteinbildung, Harnaufstau in den Nieren mit Schädigung der Nierenfunktion können im Verlauf auftreten.

Quelle:
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Ein Harnwegsinfekt (Blasenentzündung, Zystitis) entsteht durch eine bakterielle Infektion der Harnwege, die zu einer Entzündung der Schleimhaut führt.

Nieren- und Harnwegsentzündungen stellen eine sehr häufige Infektionskrankheit dar. Von 100 Frauen weisen etwa 5 eine Harnwegsentzündung auf.

Frauen sind etwa viermal häufiger als Männer betroffen. Bei der jungen geschlechtsaktiven Frau steigt die Rate an. In der Schwangerschaft sind Frauen besonders gefährdet. In dieser Zeit kann sich aus einer ansonsten harmlosen Keimbesiedlung der Harnblase leicht eine gefährliche Niereninfektion entwickeln.

Beim Mann kommt es im Alter zwischen 60 und 70 Jahren zu einem Anstieg der Infekthäufigkeit. Ursache ist häufig eine gutartige Prostatavergrößerung. Durch die schlechtere und zunehmend unvollständige Entleerung der Harnblase bildet sich Restharn. Hierdurch werden Bakterien aus dem Harntrakt schlechter ausgewaschen und die Infekthäufigkeit steigt an.

Die häufigsten Symptome sind

  • Brennen beim Wasserlassen,
  • häufiger Harndrang, evtl. mit Urinverlust
  • blutiger Urin
  • Unterbauchschmerzen

Bei Ausdehnung auf das Nierenbecken

  • Flankenschmerzen
  • Unwohlsein
  • Fieber, Schüttelfost
  • Verschlechterung des Allgemeinzustands mit starkem Krankheitsgefühl

Frauen leiden öfter unter Harnwegsinfekten als Männer. Was können Sie tun, um diese Infektionen zu verhindern?

  • Sie sollten genug trinken (ca. 1,5-2 L/Tag) und Ihre Blase regelmäßig und vollständig entleeren.
  • Besonders wichtig ist es, die Blase nach dem Geschlechtsverkehr zu entleeren, da sonst das Auftreten eines Harnwegsinfektes begünstigt wird, wenn Sie anfällig für Harnwegsinfekte sind
  • Benutzen Sie kein Diaphragma und/oder Spermizide (Gel/Creme oder Schaum, der die Spermien beim Geschlechtsverkehr abtöten soll).
  • Verzichten Sie bei der Genitalhygiene auf Intimsprays oder Scheidenspülungen. Durch diese Genitalhygiene wird das normale Bakterienwachstum in der Scheide gestört und es entstehen leichter Harnwegsinfekte.
  • Schützen Sie sich vor Unterkühlung. Wechseln Sie Nasse Kleidung so schnell wie möglich sowie Badeanzüge sofort nach dem Bad
  • Nach dem Stuhlgang von vorne (Scheide) nach hinten (After) abwischen.

Quelle:
http://www.urologenportal.de

Laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) treten  jährlich über 100 Millionen Neuinfektionen mit Chlamydien bei Erwachsenen weltweit auf. In den Industriestaaten sind Chlamydien die häufigsten bakteriellen Erreger von Urogenitalinfektionen.

Chlamydien werden über ungeschützten Geschlechtsverkehr übertragen. Die Inkubationszeit für die Erstinfektion beträgt 1-3 Wochen.

Brennen in der Harnröhre, evtl. weislicher  Ausfluss aus der Harnröhre, schmerzhafte Schwellung im Hoden können die ersten Symptome sein.

Bei 50% der Männer und 70–80% der Frauen verläuft die urogenitale Chlamydieninfektion ohne akute Beschwerden  und bleibt daher häufig unerkannt. Bei Männern kann eine Chlamydieninfektion zu Nebenhodenentzündung und evtl. auch zu Unfruchtbarkeit führen. Entsprechend den sexualen Praktiken können Beschwerden im After oder im Rachenraum auftreten.

Unbehandelt können Chlamydien bei Frauen eine entzündliche Beckenerkrankung (pelvic inflammatory disease, PID) verursachen, die zu chronischen Beckenschmerzen und einer Verklebung der Eileiter führt und dann Ursache für weibliche Unfruchtbarkeit  oder Eileiterschwangerschaft  sein kann.

Quelle:
http://www.rki.de